Beim Akkordlohn (auch Stück- oder Mengenlohn genannt) richtet sich die Entlohnung nach der Menge, die ein Arbeiter produziert hat. Der Mann auf dem linken Bild näht in Sialkot in Pakistan Fußbälle zusammen. Je nach Modell zahlt ihm sein Arbeitgeber pro Ball 55 bis 63 Rupien (ca. 50 Eurocent). Auf Spiegel Online ist vor Kurzem ein lesenswerter Bericht mit einer längeren Fotoserie über die Ballmacher von Sialkot erschienen, wo jährlich 40 Millionen Fußbälle in Handarbeit entstehen.

Zum Spiegel-Artikel

In Produktionsbetrieben in Deutschland spielt der Akkordlohn keine wesentliche Rolle mehr. Schon 1997 wurden nur noch 15 % der Beschäftigten in der Produktion mit Akkordlohn bezahlt (Link zum Volltext der damaligen Studie des Fraunhofer ISI) – Tendenz rückläufig. Bei hochautomatisierten Abläufen ist die Arbeitsleistung oft nicht mehr akkordfähig. Arbeiter haben zu wenig Einfluss auf das mengenmäßige Arbeitsergebnis.

Mit dem so genannten Clickworking erlebt die Akkordentlohnung an Computerarbeitsplätzen eine kleine Renaissance. Clickworker sind Selbstständige, die am eigenen Computer klein(st)e Aufgaben abarbeiten. Honda beispielsweise lagerte das Markieren der Bilder für eine Bilderkennungssoftware vollständig an „Mausarbeiter“ aus (siehe den Artikel in den VDI-Nachrichten → „Wie Clickworker für Unternehmen Projekte erledigen“). Rund 10 000 Fotos wurden an die → Internetplattform Humangrid übermittelt, bei der Anfang April 2010 fast 20 000 Clickworker registriert waren. Diese Telearbeiter luden sich Fotos herunter, markierten mit einem elektronischen Werkzeug z. B. Verkehrsschilder und schickten die Bilder zurück. Pro bearbeitetem Foto erhielten sie acht Cent. Im Pressebereich auf clickworker.com findet* man auch den Erfahrungsbericht „Die Arbeit mit der Maus“ einer Berliner Journalistin. Nach fünf Stunden Arbeit standen 7,58 Euro auf ihrem Konto (*leider ist der Bericht nicht mehr verfügbar, 07.11.2013).

Wer eigene Erfahrungen mit Clickworking beisteuern kann, darf gerne einen Kommentar hinterlassen.