Hier gibt’s zuviel Schutz (Hintergrundbild: Hertz).

Von 1964 bis 2001 lief im ZDF „Vorsicht Falle!“. Eduard Zimmermann, der Erfinder von „Aktenzeichen XY … ungelöst“, warnte vor „Neppern, Schleppern und Bauernfängern“. Die Sendung gibt es nicht mehr. Deshalb kommt heute mal von mir ein Tipp. Wenn Sie für Ihren nächsten Urlaub beim Vermittler Sunny Cars ein Auto mieten, lassen Sie sich vor Ort keine zusätzliche Versicherung unterjubeln!

Ede Zimmermann rief „Vorsicht Falle!“ ins Leben, nachdem er selbst beim Kauf eines Fertighauses über’s Ohr gehauen wurde. Das wurde ohne Dach geliefert. In meinem Fall ist der finanzielle Schaden geringer, trotzdem ist die Geschichte ärgerlich. Im Februar buchte ich bei Sunny Cars für den Schottlandurlaub ein Auto des Mietwagenanbieters Hertz. Teil des Mietvertrages war ein „All-In“-Paket mit Vollkaskoschutz, Haftpflichtversicherung und mehr. Die Informationen, die mir von Sunny Cars zugesendet wurden, enthielten sogar den doppelt gemoppelten Hinweis, dass ein „zusätzlicher Abschluss von Zusatzversicherungen“ nicht erforderlich sei. Vereinbarungsgemäß buchte die Sunny Cars GmbH im August den Rechnungsbetrag von meinem Konto ab.

Vor ein paar Tagen, nach der Rückkehr aus dem Urlaub, habe ich festgestellt, dass Hertz UK zusätzliche 264 britische Pfund über meine Kreditkarte abgerechnet hat. Das geht wohl auf eine Unterschrift zurück, die ich gegeben habe, als ich das Auto am 21.8. abgeholt habe. Der entsprechende Beleg wurde mir vom Hertz-Mitarbeiter in Edinburgh kurz vorgelegt. Ich bin davon ausgegangen, dass es nur um eine Bestätigung der Konditionen ging, die mit Sunny Cars vereinbart waren, und habe den kleingedruckten Text nicht sorgfältig gelesen. Schon Eduard Zimmermann wusste, dass zur Raffinesse des Tricksers meist eine gewisse Leichtfertigkeit des Opfers kommt. Leider wahr.

Jetzt sehe ich, dass mir Hertz UK kurz und schmerzlos eine offenbar überflüssige „SuperCover“-Versicherung verkauft (untergeschoben?) hat. Dies war von mir natürlich nicht beabsichtigt. Vor einer Woche habe ich deshalb Sunny Cars eine Mail gesendet und darum gebeten, den Vorgang zu prüfen und die zusätzlichen Kosten bitte rückzuerstatten. Zuerst hatte ich erfolglos versucht, telefonisch einen Ansprechpartner im Servicecenter zu erreichen.

Bisher hat es leider nur für eine Eingangsbestätigung gereicht, mit der mich die Kundenbetreuung von Sunny Cars um Geduld bittet. Die Bearbeitung meiner Anfrage könne bis zu 30 Arbeitstage in Anspruch nehmen. Die Mail enthält den Hinweis, dass man Sunny Cars bitte einen Abrechnungsnachweis schicken soll, „sollte es sich um eine ungeklärte Belastung Ihrer Kreditkarte handeln“. Vermutlich bin ich kein Einzelfall.

Gestern habe ich per Mail nachgefragt, ob es Neuigkeiten gibt. Bisher kam noch keine Antwort. Ich würde mich freuen, wenn „mein“ Dienstleister Sunny Cars beim Partnerunternehmen Hertz eine kulante Lösung erreichen könnte. Dann klappt’s auch mit der Kundenzufriedenheit.

Und falls bei Sunny Cars oder Hertz UK gerade jemand eine Überweisung zu meinen Gunsten veranlasst haben sollte, betrachten Sie dieses Posting bitte als gegenstandslos.

Nachtrag, 13.10.2018: Es hat ein bisschen gedauert, aber schließlich wurden meine Wünsche erfüllt. Fünf Wochen nach meiner Reklamation kam eine freundliche Mail von Sunny Cars bei mir an. „Wir haben einen Erfolg für Sie erzielt.“ Eigentlich sei dies ausgeschlossen, aber der kulante Fahrzeugflottenanbieter habe einer Erstattung der Zusatzversicherung zugestimmt. Sehr schön. Zwischenzeitlich hatte ich mich direkt an Hertz UK gewandt, eine Abfuhr erhalten („you had the benefit of the service during your rental, we are not in a position to refund this charge“) und mich schon mit dem Verlust von 300 Euro abgefunden. Zwei Tipps: (1) Mail an Sunny Cars hat besser funktioniert als Telefonkontakt über Hotline. (2) Ich habe den Eindruck, dass man bei Sunny Cars auf Online-Bewertungen achtet. In meinem Fall hat ein kleiner Meckerkommentar zu Sunny Cars auf Google offenbar nicht geschadet.