Ulrich Münkle vor seinem Eicher-Traktor (Foto: SWP/O. Schulz)

In 27 Semestern an der Hochschule Ulm habe ich schon mehrere sehr sportliche Studis kennengelernt. Ich erinnere mich unter anderem an einen 24-Stunden-Dauergriller. Heute morgen habe ich angefangen, Ulrich Münkle die Daumen zu drücken. Er wird im Dezember 2017 als deutscher Starter bei der Weltmeisterschaft im Leistungspflügen an den Start gehen. In Nairobi, Kenia.

Ende September wurde Ulrich Münkle beim Bundesentscheid auf Gut Sierhagen (Schleswig-Holstein) in der Klasse „Beetpflügen“ Zweiter. Der Erstplatzierte ist für die WM 2018 in Kirchentellinsfurt bei Tübingen qualifiziert, Münkle darf sich überlegen, wie er seinen Eicher-Traktor samt 2-Schaar-Pflug nach Kenia bringt. Das wird nicht ganz billig. Der junge Familienvater würde sich deshalb freuen, wenn ein Sponsor sich an den Transportkosten beteiligt. Die Kontaktdaten ernsthafter Interessenten gebe ich gerne an Herrn Münkle weiter (→ mailto:wettengl@hs-ulm.de).

Bis heute morgen hatte ich keine Ahnung, dass man das Ziehen von Ackerfurchen als Sport betreiben kann. Den meisten Lesern und Leserinnen dieses Blogs dürfte es ähnlich gehen. Deshalb bin ich für Sie auf die Suche nach Infomaterial gegangen und schnell auf Youtube gelandet. Meine drei Favoritenvideos zum Leistungspflügen sind:

„Die besten der Furche“ aus dem Jahr 2014. Die Besten der Furche sind scheint’s nicht die Besten in Groß- und Kleinschreibung, aber das Video zeigt Agrarlaien wie mir in 5:45 Minuten, was bei einem Bundesentscheid im Leistungspflügen passiert. Sachliche Berichterstattung für Einsteiger.

Echte Fans finden auf Youtube auch Eindrücke von der Weltmeisterschaft 2015. Direkt bei 5:16 Min. einsteigen, zurücklehnen und genießen. Da hat jemand eine GoPro auf den Pflug geklemmt. Ulrich Münkle meint zwar, Leistungspflügen sei kein schräges Hobby. Zumindest nicht für Menschen mit Bezug zur Landwirtschaft. Bei einem Besuch der Euro 2013 fanden die Spötter von NDR extra 3 dennoch Stoff für ein paar – mehr oder weniger – lustige Gags.

Noch einmal zurück zu Ulrich Münkle. Er hat von 2002 bis 2006 Maschinenbau an der Hochschule Ulm studiert. Seit 2006 ist er bei der Wieland-Werke AG. Dort arbeitet er als Projektingenieur mit dem Schwerpunkt Thermoprozesstechnik im Werk Vöhringen. „Vollbluttechniker und Macher“ hat er als Freitext über sich selbst im Business-Netzwerk Xing eingetragen. So habe ich ihn auch als Teilnehmer meines Kurses Projektmanagement in bester Erinnerung. Xing hat ihm den Nutzernamen „Ulrich_Muenkle2“ verpasst. Zum deutschen Vizemeistertitel passt es ja. In 14 Monaten gibt es hoffentlich einen sportlichen Anlass, ihn in „Ulrich_Muenkle1“ zu ändern.

Go for Gold, Uli!