SWU-Bus (Foto: Augsburger Allgemeine)

Ungefähr zwei- bis viermal pro Woche nutze ich die Nahverkehrsmittel der SWU. Das mache ich gerne und sicher auch in Zukunft. Heute Vormittag habe ich mich aber über das Verhalten einer Fahrscheinkontrolleurin geärgert.

Um 10:02 Uhr bin ich an der Haltestelle Steinhövelstraße in einen Bus der Linie 4 (Wagen 126, Richtung Böfingen) gestiegen. Sofort habe ich meine DingCard zum Entwerten in ein Lesegerät gesteckt. Das Guthaben war aber zu niedrig für eine Fahrt. Deshalb habe ich die erforderlichen Münzen aus meinem Geldbeutel genommen, mich natürlich nicht hingesetzt (obwohl fast alle Sitzplätze frei waren) und mich schräg hinter dem Fahrer aufgestellt, um beim nächsten Halt „unverzüglich und unaufgefordert“ einen Einzelfahrschein zu kaufen.

„Ist der Fahrgast beim Betreten des Fahrzeugs nicht mit einem für diese Fahrt gültigen Fahrausweis versehen, hat er unverzüglich und unaufgefordert den erforderlichen Fahrausweis zu lösen.“
§ 6 (2) DING-Beförderungsbedingungen

An den beiden nächsten Haltestellen, die nach der Haltestelle Steinhövelstraße schnell folgen, hielt der Bus aber noch nicht an. „Darf ich bitte Ihren Fahrschein sehen?“, sprach mich in diesem Moment eine Dame an. Ich habe ihr – weiter im Stehen, bei zügiger Fahrt – in Worten den Sachverhalt erläutert, den sie in der Minute zuvor auch selbst beobachten konnte (DingCard-Leser, Geld aus Portemonnaie, Gang zum Fahrer, Warten auf nächsten Halt des Fahrzeugs). „Sie müssen Ihre Kaufabsicht klarer erkennen lassen“, meinte die Dame anklagend. „Wie soll das bitte noch klarer gehen, wenn ich die Anweisung beachte, dass ich den Fahrer während der Fahrt nicht ansprechen soll?“, lautete meine Gegenfrage.

„Fahrgästen ist insbesondere untersagt, (1.) sich mit dem Fahrzeugführer während der Fahrt zu unterhalten, … .“
§ 4 (2) DING-Beförderungsbedingungen

Ich habe schließlich beim nächsten Halt meinen Fahrschein gekauft, mich aber über den vorwurfsvoll-gönnerhaften Ton geärgert. Eine brauchbare Antwort auf meine Frage habe ich von der kontrollierenden SWU-Mitarbeiterin und dem Kollegen, der sie begleitete, während der restlichen Fahrzeit leider nicht bekommen. Ich solle lieber froh und dankbar sein, meinten die beiden sinngemäß, dass sie mich ohne erhöhtes Beförderungsentgelt davonkommen ließen.

Ich fände es gut, wenn die kontrollierenden Mitarbeiter(innen) der SWU in Zukunft bis zum nächsten Halt des Busses warten würden, bevor sie verdächtige Fahrgäste wie mich ansprechen.

Dann klappt’s auch wieder mit der Kundenzufriedenheit. Vielen Dank.