Weitreichende Systeminnovationen sind Etappenprozesse. Häufig sind Anwendungen im Militärbereich oder der Formel 1 Ausgangspunkte, wenn neue Technologien beginnen sich durchzusetzen.  Im Londoner Science Museum ist seit einem Jahr die Sonderausstellung „Fast Forward: 20 ways F1™ is changing our world“ zu sehen. Sie läuft nur noch bis zum 5. April, aber die Museumscrew hat im Internet eine schöne Seite angelegt, auf der (fast) alle 20 Exponate dargestellt und erläutert werden (Link zur Übersichtsliste, für Erläuterungen auf die kleinen Fotos der Exponate klicken).

Die drei Fotos oben zeigen: (links) eine Kniebandage mit hydraulischem Stoßdämpfer. In F1-Rennern sorgen ähnliche Stoßdämpfer für eine maximale Bodenhaftung. Die Kniebandage wurde bereits von US Marines-Soldaten getestet, während sie stehend in Schnellbooten fahren. Dabei wirken im Sekundentakt Kräfte auf die Knie wie bei einem Sprung aus 2 1/2 m Höhe. Rechts sind Gummistiefel mit einer Sohle zu sehen, deren Profil und Material von F1-Regenreifen abgeguckt wurde. Bei einem siebenmonatigen Test in einer Tiernahrungsfabrik gab es keinen „Ausrutscher“. Auch für die neuartige Angelschnur in der Mitte lieferte die Formel 1 die Idee: Zwischen 1998 und 2008 mussten F1-Trockenreifen Profilrillen haben, um den „Grip“ zu vermindern und die Fahrer zu einer weniger riskanten Fahrweise zu bewegen. Dieses Prinzip wird neuerdings auch für Angelschnüre genutzt: Das einst runde Profil der Schnur ist nun sternförmig. Damit kann es viel schneller ausgeworfen und auch wieder eingeholt werden, denn die Haftreibung auf der Rolle ist erheblich geringer (vgl. auch autobild.de).