Prof. Dr. Werner Pfeiffer 2012 – Ausgewählte Buchveröffentlichungen von W. Pfeiffer – Pfeiffer Anfang der 80er Jahre neben Karl Heinz Beckurts (Fotos: privat)

Werner Pfeiffer, emeritierter Professor für Industriebetriebslehre mit den Lehr- und Forschungsschwerpunkten (1) Lean Management und (2) Technologie- und Innovationsmanagement, feiert heute seinen 80. Geburtstag. Als ehemaliger Student und Lehrstuhlmitarbeiter gratuliere ich meinem Doktorvater sehr herzlich und wünsche ihm alles Gute.

Nach dem Abitur absolvierte Pfeiffer von 1953 bis 1955 eine Lehre zum Industriekaufmann. Anschließend Studium der Betriebswirtschaftslehre an den Universitäten Frankfurt am Main und Köln (1955–1959), in Köln unter anderem bei Erich Gutenberg, dem deutschen BWL-Professor nach dem 2. Weltkrieg. Von 1960 bis 1965 war Pfeiffer wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Universität Mainz. 1963 promovierte er in Köln (Dr. rer. pol.). In der zweiten Hälfte der 1960er Jahre verfasste Pfeiffer seine Habilitationsschrift „Allgemeine Theorie der technischen Entwicklung als Grundlage einer Planung und Prognose des technischen Fortschritts“. 1971 erfolgte die Ernennung zum ordentlichen Professor für BWL, insbesondere Industriebetriebslehre, an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg. Ab 1973 leitete Pfeiffer die von ihm eingerichtete Forschungsgruppe für Innovation und Technologische Voraussage (FIV). Er emeritierte 1998.[→ Anm. 1].

Im Wikipedia-Eintrag über Professor Pfeiffer findet man nicht nur diese Infos über die wesentlichen Lebensetappen. Auch die Eckpunkte seiner beiden Lehr- und Forschungsschwerpunkte werden in der Online-Enzyklopädie skizziert: (1) Lean Management und Systemrationalisierung sowie (2) Technologie- und Innovationsmanagement. Pfeiffers Wirkung auf Wissenschaft und Praxis wurde anlässlich seines 65. Geburtstages in der FAZ folgendermaßen gewürdigt:

„Wenn einmal danach gefragt wird, wo denn in den zurückliegenden Jahren der Beitrag der Hochschulen zur industriellen Praxis geblieben sei, so fällt immer wieder der Name Professor Dr. Werner Pfeiffer. Der Erlanger Betriebswirtschaftler hat es wie kaum ein anderer verstanden, seine vorausschauenden Ideen und Konzepte in die Praxis bedeutender Industrieunterneh­men einzubringen. Darüber hinaus hat er auch der Wissenschaft unschätzbare Impulse gegeben … Wie bedeutsam diese Themen für die industrielle Praxis sind, kann jeder ermessen, der sich vor Augen hält, daß die meisten Unternehmen heute überwiegend von Produkten und In­novationen leben, die es vor wenigen Jah­ren noch nicht gab. Jedes Unternehmen braucht dazu profundes Wissen und Infor­mationen über künftige Markt- und Tech­nologiepotentiale. Doch in der Techno­lo­gie, die die Grundlage allen Wirtschaftens ist, gibt es Trendbrüche, die schwer zu be­herrschen sind. … Den für Deutschland damals neuen Fragen betriebswirtschaftlich-technischer Un­ternehmensführung, die in Japan sehr er­folgreich eingeführt waren (siehe „Lean Production“, „Kan-ban“ und andere), wid­mete Pfeiffer aufsehenerregende Veröf­­fentlichungen, die in Deutschlands Chef­etagen zu einem nachhaltigen Bewußtseinswandel beigetragen haben.“

Theoriegeleitet und praxisorientiert. Diese Kombination war für die Aktivitäten Professor Pfeiffers und seiner Mitarbeiter(innen) prägend. Eines seiner Lieblingszitate war und ist Kurt Lewins „Es gibt nichts Praktischeres als eine gute Theorie.“ Die Theoriebildung und -vermittlung erfolgte an Pfeiffers Lehrstuhl immer mit Blick auf die (Industrie-)Unternehmenspraxis, oft auch in engem Kontakt mit kooperierenden Firmen und Unternehmensgestaltern. Das Bild oben rechts habe ich nicht zufällig ausgewählt. Es zeigt Professor Pfeiffer Anfang der 1980er Jahre neben Karl Heinz Beckurts, der im Siemens-Vorstand von 1980 bis 1986 für Forschung und Technik verantwortlich war. Beckurts war nur einer von zahlreichen hochrangigen Managern, die Pfeiffer gewinnen konnte, im Rahmen des „Kontaktseminars“ ihr Praxiswissen mit den Nürnberger Studierenden zu teilen.

Wer nun Lust bekommen hat, erstmals oder erneut seine Nase in Pfeiffers Veröffentlichungen zu stecken, findet → am Ende des Wikipedia-Artikels auch eine Literaturliste. Zum Aufwärmen kann man sich hier zwei kompakte Texte downloaden, die in den 1980er Jahren im „Blick durch die Wirtschaft“ erschienen.

Auf viele Schlagworte habe ich bei diesem Blog-Eintrag verzichtet. Wer in diesem Blog auf die Suche nach Professor Pfeiffers Spuren gehen möchte, wird in Postings zu den beiden Kategorien → „TIM – Technologie- und Innovationsmanagement“ und → „RaKo – Rationalisierung und Kostenrechung“ sicher fündig.

Anmerkungen:
[1] Bevor angesichts dieses Textabschnitts jemand „Plagiat!“ ruft. Der Text des Wikipedia-Artikels, den ich hier fast wortgenau übernommen habe, stammt von einem Wikipedianer namens „swettengl“.[↑]