Das Elektroauto i3 wurde von BMW am 29. Juli vorgestellt (Foto: BMW)

Mit großem Brimborium hat BMW Ende Juli zeitgleich in New York, London und Peking das neue Elektrofahrzeug i3 vorgestellt. Während der Zeremonie sangen die Mitglieder des Vorstands dem “Megacity Vehicle” begeisterte Hymnen. “Der BMW i3 ist mehr als nur ein Auto,” meinte BMW-Chef Reithofer und fügte hinzu: “Die Autoindustrie hat hundert Jahre auf ihre Revolution gewartet, jetzt ist das Warten vorbei.” Finanzvorstand Eichiner glaubt: “Der i3 ist ein Game Changer.” Haben die ein paar von Steve Jobs’ Redenschreibern engagiert?

Aber selbst wenn man das Ganze etwas nüchterner als die BMW-Herren betrachtet, ist das i3-Abenteuer ein sehr facettenreiches Innovationsprojekt:

  • Der i3 hat die typischen Schwächen eines Elektroautos. Er ist teuer, seine Reichweite ist klein. Erfolge sind deshalb zunächst nur auf Nischenmärkten mit besonderen Rahmenbedingungen denkbar (→ i3 als disruptive Innovation).
  • Weitreichende Technikneuerungen wie beim i3 lassen sich auch von großen Firmen wie BMW nicht alleine realisieren. Sie gelingen nur in geeigneten Innovationsnetzwerken (→ i3 als Netzwerkinnovation).
  • Wenn man wie BMW das Auto neu erfinden will, sollte man das Projekt abseits der eingefahrenen FuE-Organisation starten (→ i3 als Innovationsprojekt).

Ob der i3 als einzelnes Modell ein kommerzieller Erfolg wird, ist trotz des Eigenlobs aus der Chefetage zweifelhaft. Dennoch hat das ganze i-Projekt aus Marketing- und vor allem aus Innovationssicht großen Charme. In den kommenden Tagen erscheinen deshalb im Rahmen einer Miniserie fünf Blog-Einträge, in denen es aus den oben genannten Perspektiven um den neuen i3 geht.

Als Professor für Technologie- und Innovationsmanagement (TIM) finde ich das i3-Experiment hochspannend. Das Fahrzeug ist etwas wirklich Neues. Zum Elektroantrieb kommt die Werkstoffinnovation CFK bei der Karosserie. Das sind gleich zwei gravierende Veränderungen gegenüber dem herrschenden dominanten Design. Dazu der Anspruch, ein Premium-, aber kein Exotenauto anzubieten. Das hat bisher kein großer Autohersteller gewagt. Chapeau!

Bevor’s richtig losgeht, hier noch zwei Links zum Einstieg in die i3-Materie:

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